Wie verbuche ich Corona-Soforthilfen in meiner Buchhaltung richtig?

Haben Sie f├╝r Ihr Unternehmen Corona-Hilfen beantragt und gehen diese auf ihr Gesch├Ąftskonto ein, m├╝ssen diese richtig gebucht werden. Buchungsbeispiele f├╝r Soforthilfen, ├ťberbr├╝ckungshilfe, Kfw-Kredite und Kurzarbeitergeld finden Sie hier.

Buchungsanleitung f├╝r Corona-Hilfen

Um die erhaltenen Corona-Hilfen in der Buchhaltung richtig zu erfassen, erhalten Sie im Folgenden eine Anleitung. Diese erleichtert Ihnen die korrekte Kontierung der Zahlungseing├Ąnge von Bund und L├Ąndern. F├╝r die Kontierungen werden die Konten der DATEV-Spezialkontenrahmen SKR 03 und SKR 04 verwendet.

Soforthilfen der Bund und L├Ąnder als sonstige Ertr├Ąge buchen

Bei den Corona-Sofortma├čnahmen von Bund und L├Ąnder handelt sich um nicht r├╝ckzahlbare Ertragszusch├╝sse. Nach Ergehen der Bescheide ├╝ber den Erhalt von Soforthilfen sowie deren Zahlungseingang auf Ihrem Konto sind sie als sonstiger Ertrag zu erfassen. Die Soforthilfen unterliegen der Einkommen- bzw. K├Ârperschaftsteuer sowie der Gewerbesteuer.

├ťberbr├╝ckungshilfe I, II und III und III-Plus als sonstige Ertr├Ąge buchen

Bei den ├ťberbr├╝ckungshilfe I, II, III und III Plus handelt es sich jeweils um eine steuerpflichtige Einnahme. Wie die Soforthilfe unterliegen auch die ├ťberbr├╝ckungshilfen der Einkommen- bzw. K├Ârperschaftsteuer sowie der Gewerbesteuer.

Die ├ťberbr├╝ckungshilfen werden jedoch nicht nachtr├Ąglich bei der Berechnung der Steuervorauszahlungen 2020 ber├╝cksichtigt. Insoweit sind nachtr├Ągliche Anpassungen der Vorauszahlungen f├╝r 2020 seitens der Finanzverwaltung nicht zu bef├╝rchten. Die Ber├╝cksichtigung als Einnahme erfolgt dann erst im Veranlagungsverfahren.

November- und Dezemberhilfen 2020 als sonstige Ertr├Ąge buchen

Die November- und Dezemberhilfe sind Hilfsma├čnahmen f├╝r von der Pandemie direkt oder indirekt betroffen Unternehmen. Die Hilfe ist ÔÇô wie die ├ťberbr├╝ckungshilfen I, II und III ÔÇô als steuerpflichtige Einnahme zu behandeln. Auch die November- und Dezemberhilfen unterliegen damit der Einkommen- bzw. K├Ârperschaftsteuer sowie der Gewerbesteuer.

Neustarthilfe als sonstige Ertr├Ąge buchen

Als weitere Corona-Hilfema├čnahmen von Bund und L├Ąnder wurde zeitgleich mit der ├ťberbr├╝ckungshilfe III (F├Ârderzeitr├Ąume Januar bis Juni 2021) und der ├ťberbr├╝ckungshilfe III-Plus (F├Ârderzeitraum Juli bis September 2021) auch die Neustarthilfe f├╝r Soloselbst├Ąndige beschlossen. Hinzu kommt die sog. ÔÇ×Restart-HilfeÔÇť f├╝r Unternehmen im Rahmen der ├ťberbr├╝ckungshilfe III-Plus.

Wird bei Wiederer├Âffnung des zuvor coronabedingt geschlossenen Betriebs Personal aus der Kurzarbeit zur├╝ckgeholt, die Besch├Ąftigung wieder erh├Âht oder sogar Personal neu eingestellt kann die ÔÇ×Restart-HilfeÔÇť in Anspruch genommen werden. Hierbei handelt es sich um einmalige Betriebskostenpauschalen. Bei der ÔÇ×Restart-HilfeÔÇť ist zu beachten, dass diese alternativ zur Personalkostenpauschale beantragt werden kann. Eine zweifache F├Ârderung ist ausgeschlossen. Nach Ergehen der Bescheide ├╝ber den Erhalt von Soforthilfen sowie deren Zahlungseingang auf Ihrem Konto sind sie wie die Soforthilfen als sonstiger Ertrag zu erfassen. Sie unterliegen der Einkommen- bzw. K├Ârperschaftsteuer sowie der Gewerbesteuer.

Praxis-Hinweis: Zusch├╝sse unterliegen nicht der Umsatzsteuer

Die Corona-Hilfsma├čnahmen von Bund und L├Ąndern in Form der Soforthilfe, ├ťberbr├╝ckungsgelder, November-/Dezemberhilfe sowie Neustarthilfe unterliegen als echte Zusch├╝sse nicht der Umsatzsteuer.

R├╝ckzahlung von Corona-Hilfen: Gegenbuchung zu den erhaltenen Zahlungen

Kommt es nach Erhalt von Corona-Soforthilfen, -├ťberbr├╝ckungshilfen oder der November-/Dezemberhilfen aufgrund von ├änderungen der Anspruchsvoraussetzungen o.├Ą. zu R├╝ckzahlungen von Corona-Hilfen, liegt grds. eine Minderung der erhaltenen steuerpflichtigen Zusch├╝sse vor. Die R├╝ckzahlung der zu hoch erhaltenen Zusch├╝sse wirkt sich damit auch auf die H├Âhe des zu versteuernden Gewinns f├╝r die Einkommen-, K├Ârperschaft- und Gewerbesteuer aus. Die R├╝ckzahlungen k├Ânnen gegen die erhaltenen Zahlungen verbucht werden.

R├╝ckzahlungspflichtige KfW-Kredite als Verbindlichkeiten buchen

Kredite im Rahmen der Corona-Ma├čnahmen der Kreditanstalt f├╝r Wiederaufbau, die von der Bundesregierung bzw. den Landesregierungen durch Haftungsbeitritt gef├Ârdert werden, sind r├╝ckzahlungspflichtig. Mit Zahlungseingang ist der Kredit als Verbindlichkeit gegen├╝ber Kreditinstituten zu erfassen.

Die Kombination eines Kredits aus dem KfW-F├Ârderprogramm mit anderen F├Ârdermitteln ist grunds├Ątzlich zul├Ąssig.

Die KfW-Unternehmerkredite sind bei Laufzeiten von 6 bis 10 Jahren bis zu 2 Jahre tilgungsfrei. Die Zins- und Tilgungsleistungen sind wie gewohnt ├╝ber die Zinsaufwendungen und gegen die Verbindlichkeiten gegen├╝ber Kreditinstituten zu verbuchen.

Kurzarbeitergeld: durchlaufender Posten

Beantragt der Arbeitgeber Kurzarbeitergeld und wird dieses von der Bundesagentur f├╝r Arbeit gezahlt, tritt der Arbeitgeber f├╝r diese Betr├Ąge grds. als Treuh├Ąnder auf. Das hei├čt, anders als bei den normalen Lohn- und Gehaltszahlungen, ist das Kurzarbeitergeld beim Arbeitgeber bei Zu- und Abfluss, keine Betriebsausgabe/-einnahme, sondern vielmehr ein Durchlaufender Posten. Der durchlaufende Posten ist ├╝ber das Konto Forderungen gegen├╝ber der Bundesagentur f├╝r Arbeit in der Buchhaltung zu erfassen.

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