Ein Gastronom gewinnt Corona-Klage gegen Versicherung

Ein wegweisendes Landgericht-Urteil in Zeiten von Corona

Nach einer landesweiten Corona-Klagewelle gegen zahlungsunwillige Versicherungen spricht das M├╝nchner Landgericht erstmals einem klagenden Gastronomen die geforderte Millionensumme zu. Laut Urteil muss die beklagte Versicherungskammer die Kosten der coronabedingten Betriebsschlie├čung an den P├Ąchter des M├╝nchner Augustinerkellers zahlen ÔÇô exakt 1,014 Mio. Euro. Der Wirt hatte kurz vor dem sogenannten Shutdown im M├Ąrz eine Betriebsschlie├čungspolice abgeschlossen, um sich gegen Corona abzusichern. Die Versicherungskammer will dennoch nicht zahlen. In den Versicherungsbedingungen sind beh├Ârdlich angeordnete Schlie├čungen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes gedeckt, der Covid-19-Erreger jedoch nicht genannt.

Intransparente Vertragsbedingungen der Versicherung

Die Kammer argumentierte, dass diese Vertragsbedingungen intransparent seien. “Wir sind der Meinung, dass man von einem Versicherungsnehmer nicht erwarten kann, dass ihm das Infektionsschutzgesetz gel├Ąufig ist”, sagte die Vorsitzende Richterin Susanne Laufenberg. Der siegreiche Wirt Christian Vogler sieht die Entscheidung als Signal f├╝r existenzbedrohte Gastronomiebetriebe in ganz Deutschland: Viele Wirte h├Ątten nicht das Geld, um sich einen Prozess zu leisten. “F├╝r die haben wir jetzt Vorarbeit geleistet.” Die unterlegene Versicherungskammer will sich nicht geschlagen geben: “Wir werden uns nach Vorliegen der schriftlichen Urteilsgr├╝nde sorgf├Ąltig mit diesen auseinandersetzen und die M├Âglichkeiten der Berufung nutzen”, teilte das Unternehmen mit.

Quellen: DPA, FVW Verlag Foto: Bild von FOKUZA auf Pixabay

Wie hilfreich war diese Information?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 1

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Teile den Beitrag weiter...

Informiere auch deine Freunde